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Fotoprojekt «Wir sind Wiedikon»

Der Fotograf Primo Martinelli stellt sein aktuelles Projekt vor, mit dem er das Quartierleben von Zürich-Wiedikon als eine wertvolle Momentaufnahme eines sich ständig verändernden Stadtkreises dokumentiert: Zwischen Juli und Dezember machte er Portraits von Persönlichkeiten aus dem Kreis 3 in Schwarzweiss. Die 100 besten wird er in einer Ausstellung den Bewohnern des Quartiers und dann einer breiteren Öffentlichkeit, unter anderem in Form eines Bildbandes, präsentieren. Unkonventionelle Ideen im Zusammenhang mit dieser Fotosammlung zum Thema Quartierleben im Kreis 3 werden folgen.

Zürich-Wiedikon – ein ehemaliges Arbeiterviertel, mit seinen typischen Hinterhöfen – übt eine starke Anziehung aus auf eigenwillige, kreative und multikulturelle Menschen, die hier bunt durchmischt mit Alteingesessenen zusammenleben. Diese Vielfalt hat den selbst im Kreis 3 geborenen und aufgewachsenen Fotografen Primo Martinelli schon immer fasziniert. Mit seinem Foto-Projekt hat er nun ein Stück Zeitgeschichte des Quartierlebens in Zürich-Wiedikon dokumentiert. Entstanden sind in sechs Monaten Portraits von Menschen aus allen möglichen Gesellschaftsschichten, Altersgruppen, Kulturen und Berufsgattungen. Die Bandbreite der Portraits reicht von der spontanen Begegnung und schnellen Momentaufnahme auf der Strasse bis hin bis zum sorgfältig vorbereiteten und wohl durchdachtem Bild. Durchwegs sehr persönliche Aufnahmen, von einem Künstler, der durch Beobachtung, das Gespür für Echtheit und Unmittelbarkeit entwickelt hat und eine reiche Bildsprache beherrscht. Die Liste der Berufsgattungen der Portraitierten spricht schon Bände: Sie reicht von der Kunstmalerin, dem Krimiautor, der Schauspielerin, über den Schmied von Samurai-Schwertern, den Bierbrauer, dem Zauberer bis hin zum Erfinder und der Domina.

Die «Sujets» traf der Fotograf überall an, wo Menschen im Kreis 3 leben, arbeiten, unterwegs sind. Die Sammlung an Aufnahmen widerspiegelt auch, welche Eigendynamik das Projekt schnell einmal bekam: durch intensive Kontakte und Recherchen begegnete der Fotograf immer wieder ihm noch unbekannten Persönlichkeiten, auch durch Hinweise von Portraitierten auf Menschen in ihrem Beziehungsnetz. Und sie begannen sich gegenseitig – mit Neugier, Stolz und Freude – auf ihre Teilnahme am Projekt anzusprechen und kamen so ins Gespräch über sich und ihr Quartier; zum Beispiel, wenn sie entstandene Portraits sahen und spontan reagierten mit «Ah, den kenne ich auch!» oder «Die sehe ich seit Jahr und Tag jeden Tag, wer ist das eigentlich?»

Die Nähe des Fotografen zu den Portraitierten – da selbst ein Wiediker, also einer von ihnen – schaffte Vertrauen und nahm ihnen ihre Befangenheit und Scheu vor der Kamera: Sie liessen sich aufnehmen, wie sie sind. Das hat zu sehr persönlichen, authentischen Portraits geführt.

Die Ausstellung von Primo Martinelli unter dem Titel «Wir sind Wiedikon» findet statt im Heimat- und Ortsmuseum Wiedikon, Steinstrasse 8, 8055 Zürich. Sie beginnt mit der Vernissage am Donnerstag, 7. Februar 2008 (19 – 21 Uhr) und endet am Freitag, 7. März 2008 mit der Finissage (19 – 21 Uhr). Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag, jeweils von 14 – 18 Uhr.